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WELCHES GEHALT NENNEN? – Maurice mit einem Motiv zum Artikelthema. 4 Minuten Lesezeit.
Gehalt

Gehaltsvorstellung in der Bewerbung: Eine klare Zahl mit einer guten Grundlage

Maurice Schmidt

Geschrieben am von Maurice Schmidt, MBA

Founder von Bewerbeo

In diesem Artikel
  1. Prüfe, welche Angabe tatsächlich verlangt wird
  2. Recherchiere vergleichbare Tätigkeiten
  3. Kläre Fixgehalt, variable Anteile und Arbeitszeit
  4. Wähle eine Formulierung, die deine Annahmen sichtbar macht
  5. Lege vor dem Gespräch deine eigenen Kriterien fest
  6. Prüfe die Zahl zusammen mit dem restlichen Anschreiben

Das Formular lässt dich nicht weiter, bevor du einen Gehaltswunsch eingetragen hast. Eine Zahl fehlt noch. Du möchtest dich weder unnötig einschränken noch eine Vorstellung nennen, die du selbst nicht begründen kannst.

Beginne deshalb vor der Formulierung mit dem Vergleich: Welche Aufgabe, welche Arbeitszeit und welche Vergütungsbestandteile sind gemeint? Erst wenn diese Grundlage klar ist, lässt sich eine Zahl sinnvoll angeben.

Prüfe, welche Angabe tatsächlich verlangt wird

Wenn die Anzeige oder das Formular nach einer Gehaltsvorstellung fragt, beantworte die Frage möglichst eindeutig. Wird keine Angabe verlangt, musst du sie nicht allein aus Gewohnheit in dein Anschreiben aufnehmen. Stepstone empfiehlt, einen geforderten Gehaltswunsch als Bruttojahresgehalt zu formulieren und bei einem Anschreiben am Ende unterzubringen. Gehaltsvorstellung in der Bewerbung

Achte im Formular auf die Einheit. Ist ein Jahresbetrag, Monatsbetrag oder Stundenlohn gefragt? Bezieht sich die Stelle auf Vollzeit oder eine bestimmte Teilzeit? Ein klar beschriftetes Feld hat Vorrang vor einer allgemeinen Formulierungsempfehlung.

Wenn die Anzeige bereits eine Gehaltsspanne nennt, kannst du sie als Ausgangspunkt nutzen. Prüfe trotzdem, welche Bestandteile darin enthalten sind und unter welchen Bedingungen die Spanne gilt.

Recherchiere vergleichbare Tätigkeiten

Suche nach Angaben für eine ähnliche Aufgabe, Region und Verantwortung. Ein identischer Jobtitel bedeutet nicht automatisch identische Arbeit. Personalverantwortung, Spezialisierung und der Umfang der Tätigkeit können den Vergleich verändern.

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ist eine mögliche Quelle. Er zeigt für die dort definierte Gruppe sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigter monatliche Bruttoentgelte als Median. Der Median liegt in der Mitte der betrachteten Verteilung. Er ist weder eine individuelle Gehaltszusage noch eine allgemeine Einstiegsempfehlung. Beachte die Erläuterungen zur Datengrundlage und zum jeweiligen Berichtsstand. Hilfe zum Entgeltatlas

Notiere zu jeder verwendeten Angabe, was sie abbildet. So vermeidest du, einen Wert für Berufserfahrene mit einer Einstiegsstelle oder einen Vollzeitbetrag mit einem Teilzeitangebot zu vergleichen.

Kläre Fixgehalt, variable Anteile und Arbeitszeit

Bevor du dich auf eine Zahl festlegst, halte fest, worauf sie sich beziehen soll. Dazu gehören die Wochenstunden, das feste Jahresbrutto und gegebenenfalls variable Bestandteile. Wenn dir etwas davon fehlt, kannst du die Annahme in deiner Formulierung kenntlich machen oder im Gespräch nachfragen.

Ein frei erfundenes Rechenbeispiel: Ein festes Monatsbrutto von 3.500 Euro bei zwölf Gehaltszahlungen entspricht 42.000 Euro jährlich. Wenn zusätzlich eine variable Zahlung möglich ist, solltest du sie nicht stillschweigend als garantiertes Fixgehalt mitzählen. Die genannten Beträge erklären nur die Rechnung und sind keine Empfehlung für einen bestimmten Beruf.

Auch bei Sonderzahlungen ist eine genaue Frage hilfreich: Ist die Zahlung garantiert? Ist sie an Bedingungen gebunden? Wird sie zusätzlich zum genannten Jahresbetrag gezahlt oder ist sie bereits darin enthalten?

Wähle eine Formulierung, die deine Annahmen sichtbar macht

Wenn du eine feste Vorstellung nennen möchtest, könnte ein fiktiver Beispielsatz lauten:

Meine Gehaltsvorstellung beträgt 48.000 Euro brutto jährlich als Fixgehalt bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden.

Falls du bewusst eine Spanne angibst:

Abhängig vom genauen Verantwortungsumfang liegt meine Vorstellung für das feste Jahresbruttogehalt zwischen 47.000 und 50.000 Euro bei 40 Wochenstunden.

Stepstone nennt sowohl einen konkreten Betrag als auch eine Spanne als mögliche Form. Welche davon zu deinem Verfahren passt, hängt auch von den verlangten Angaben ab. Formulierungen für den Gehaltswunsch

Übernimm die Beispielbeträge nicht ungeprüft. Entscheide auch, ob du den unteren Wert einer Spanne tatsächlich akzeptieren würdest. Eine Zahl, die nur als vermeintlicher Verhandlungstrick im Text steht, schafft für dich noch keinen guten Rahmen.

Lege vor dem Gespräch deine eigenen Kriterien fest

Notiere für dich, welche Vergütung du dir wünschst und welche Bedingungen für deine Entscheidung wichtig sind. Berücksichtige dabei auch Arbeitszeit, Fahrtweg, Aufgaben und planbare Bestandteile des Angebots.

Diese persönliche Vorbereitung ist etwas anderes als die Angabe im Formular. Du musst dort nicht deine vollständige Abwägung ausbreiten. Es reicht eine klare, zutreffende Antwort auf die gestellte Frage.

Wenn dir für eine passende Zahl noch wesentliche Informationen fehlen, kannst du offen danach fragen: „Welcher Verantwortungsumfang ist vorgesehen und wie ist die Vergütung aus festen und variablen Bestandteilen aufgebaut?“

Prüfe die Zahl zusammen mit dem restlichen Anschreiben

Kontrolliere zum Schluss Betrag, Einheit und Arbeitszeit. Stehen im Formular und im Dokument dieselben Angaben? Passt die Formulierung zu dem, was du im Gespräch erläutern möchtest?

Der restliche Text sollte zeigen, welche relevante Erfahrung du für die Aufgabe mitbringst. Der Leitfaden zum Anschreiben hilft dir bei diesem Bezug. Wenn du dich neben einer bestehenden Stelle bewirbst, findest du außerdem einen Wochenplan für die Jobsuche.

Dein nächster Schritt: Sammle vergleichbare Gehaltsangaben und schreibe jeweils die zugrunde liegende Tätigkeit und Arbeitszeit dazu. Dann erhält deine Vorstellung eine Grundlage, die du selbst erklären kannst.

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